Wikipedia vor der Spaltung?
Titus Gast, Dienstag, 20. Dezember 2005, 09:48 Uhr • Rubrik(en): Mediengedöns, Netz
Jetzt haben es die Wikipedia-Kritiker also geschafft: Die Online-Ezyklopädie wird zumindest in einer nicht veränderbaren Version veröffentlicht werden und damit wird so was wie eine redaktionelle Kontrolle Einzug halten. So will es Wikipedia-Gründer Jimmy Wales (zu lesen u.a. in der SZ). Zumindest dieser „offizielle“ Teil wird sich dann also im Prinzip nicht mehr von anderen Enzyklopädien unterscheiden. Wie relevant der dynamische Teil dann noch sein wird (eben das, was wir heute als Wikipedia kennen), ist die Frage. Denn schon die Diskussionen um Fehler und Scherzartikel in den letzten Wochen hat gezeigt, dass vielen immer noch das Wiki-Prinzip nicht ganz klar ist. Eine „eingefrorene“ Wikipedia ist eben keine, sondern nur eine weitere Ezyklopädie unter vielen.
Die grundsätzliche Frage beantwortet das aber auch nicht: Warum sollte ausgerechnet ein Online-Lexikon, an dem jeder mitarbeiten kann, so verlässlich sein, dass der User sein Hirn ausschalten und alles kritiklos übernehmen kann? Warum sollte ausgerechnet da nicht gelten, was überall sonst im Netz gilt, nämlich dass man bitte selbst mitdenken, Quellen vergleichen und kritisch hinterfragen sollte? Klar ist das was anderes, als daheim Band 16 des großen XY-Lexikons in die Hand zu nehmen und zu glauben, was da drin steht, wäre Gesetz. Aber es hat auch niemand jemals behauptet, dass es dasselbe wäre. Genau das scheinen aber viele zu glauben. Schade eigentlich.
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gastauftritt.net » Blog Archive » Ausnahmsweise mal kein Wiki-Bashing
am 12. Januar 2006 um 09:12 Uhr.
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